Montag, 23. Mai 2011

Aljoscha - Objekt als Wesen

Die Ausstellung Objekt als Wesen, präsentiert vom 12.06. bis 23.07.2011 Objekte, Zeichnungen und Gemälde des ukrainischen Künstlers Aljoscha.

Die Objekte, die in der Ausstellung gezeigt werden, entstehen aus Acrylfarbe. Sie changieren zwischen zarten netzartigen Strukturen und teilweise gigantischen Formen.

Die filigrane und verwobene Anmutung ruft die Erinnerung an biologische Strukturen hervor, die in der Wissenschaft erst unter dem Mikroskop sichtbar werden.

Im Gegensatz zu der Zartheit und Zerbrechlichkeit der kleinen Objekte, greifen die Großen direkt in den Ausstellungsraum ein. Sie verändern den Raum, geben den Weg durch die Ausstellung vor und schränken den Besucher in seiner Bewegungsfreiheit ein. Sowohl die Konfrontation mit der Kunst als auch mit der eigenen Körperlichkeit wird hier bewusst gemacht.

Das Verhältnis von Körper und Raum, sowie Körper und Form wird sowohl an kleinen wie auch großen Skulpturen deutlich.

Die Zeichnungen und Gemälde stellen ebenfalls eine ästhetische Annäherung an Formen und Strukturen dar. Sie stellen zum einen eine geradezu dokumentarische Aufzeichnung des Künstlers von seiner eigenen Arbeit dar, sie entwickeln zum anderen aber auch eine fast surrealistisch anmutende Formensprache.

Die Ausstellung wird unterstützt durch das Land Niedersachsen.


Montag, 11. April 2011

Pressestimmen: Malgosia Jankowska - Arkadia

Göttinger Tageblatt, 7.4.2011

von Tina Lüers
Kinder, flankiert von Wölfen und Schlangen

Ein Fuchs zerfleischt sich, zwischen Zweigen im Unterholz halb verborgen, in Lars von Triers jüngstem Film „Antichrist“. Als der Farn zur Seite gebogen wird, spricht er mit einer seltsam verzerrten Stimme: „Chaos regiert“. Er symbolisiert das Bild einer dämonischen, unberechenbaren Natur.
Lauern hier Abgründe? Malgosia Jankoska vor einem ihrer großformatigen Waldbilder

Auch in Malgosia Jankowskas Bildern von einer idyllisch-arkadischen Natur, „Arkadia“, die derzeit im Apex zu sehen sind, scheinen Abgründe zu lauern. In großformatigen Waldlandschaften sind kleine Kinder zu sehen, flankiert von Wölfen, übergroßen Schlangen, Hirschgeweihen, Fliegenpilzen. Ganz allein im großen, weiten Wald sind sie mit sich beschäftigt, schauen zu Boden oder vom Betrachter weg, allein die Tiere sehen ihn an. Sie sagen nicht, dass das Chaos regiert, aber auch sie scheinen bei aller Stille und der Traumlandschaftlichkeit der oft im Schnee situierten Arrangements zu sagen, dass diese Idylle von Bergen, hohen Tannen, Buchen oder Waldseen nicht trägt, nicht tragen kann.

Jankowska arbeitet mit Filzstiften und Aquarellfarbe, aber nicht in Aquarelltechnik auf Papier. Strich um Strich zieht sie mit dem Pinsel, formt die Rinden der Bäume, deutlich und dunkel im Vordergrund, immer heller und weicher in Richtung Hintergrund. Die Möglichkeiten der Flüchtigkeit des Aquarells werden nicht wahrgenommen, stattdessen mit der Stetigkeit des Fleißes einer ausführlichen Zeichnung kontrastiert. Das Haar der Jungen, auch Bergkämme oder Kleidungsstücke, hat sie mit feinem Filzstiftstrich gezogen, in ihrem zeichnerisch-realistischen Gestus widersprechen sie dem Aquarell nur deshalb nicht, weil es in gleicher Weise linear verwendet wird. Der Einsatz von sehr wenigen Farbtönen, mal ist eine Zeichnung ganz schwarz auf weißem Papiergrund, mal rot, mal ein wenig wechselnder, unterstützt den zeichnerischen Charakter.

Verwirrend wirkt neben dieser Genauigkeit ein gewisser Nebel, der überall wartet, der die Farben verblassen lässt oder aufhellt, die Lichtverhältnisse, aber auch die Beziehung von Figur und Grund auf den Bildern ins Unstimmige oder Absurde kippen lässt. Abgründe allerdings lauern hier wohl doch nicht, eher ein Verweis auf Märchen und Mythen, Collagen von Vorlagen.

Bis 1. Juni, Mittwochs bis Freitags von 15 bis 19 Uhr, Sonnabends von 11 bis 16 Uhr im Apex, Burgstraße 46 in Göttingen.

Samstag, 2. April 2011

„...und die Blätter der Bäume standen still...“

- Waldwelten bei Malgosia Jankowska

von Sabrina Hoff

In das sanfteste Rot und Gold war alles verschmolzen, die Bäume standen mit ihren Wipfeln in der Abendröte,[..] die Wälder und die Blätter der Bäume standen still, der reine Himmel sah aus wie ein aufgeschlossenes Paradies, und das Rieseln der Quellen und von Zeit zu Zeit das Flüstern der Bäume tönte durch die heitre Stille wie in wehmütiger Freude. “ (aus: Ludwig Tieck: Der blonde Eckbert, 1797)

Ein ähnlicher Eindruck ist es der die Bilder von Malgosia Jankowska zu durchströmen scheint. Das romantische Naturerlebnis wird in ihren Bildern wiederbelebt. Ruhe und Erhabenheit durchströmt die Zeichnungen aus Aquarell und japanischen Filzstift auf Papier. In die kulissenhafte Umgebung bettet sie einzelne Elemente ein, die sich dezent vor dem Hintergrund abheben, Figuren und Tiere erscheinen auf Lichtungen und gehen in sich selbst vertieft unerklärlichen Handlungen nach.

Arkadia“ der Titel der Ausstellung verweist auf die Vorstellung von dem Hirtenland Arkadien, das u.a. in der frühen Neuzeit zum erstrebenswerten Ort stilisiert wurde. Arkadien ist dort die Schäferidylle, ist die Illusion eines einfachen Lebens im Zusammenspiel mit der Natur. Die Zeichnungen Malgosia Jankowskas nehmen diese Stimmung auf und stellen eine Verbindung von arkadischer Illusion und romantischer Naturverklärung dar.

Zunächst geblendet durch Schönheit und Harmonie der Zeichnungen verheddert sich der Betrachter auf den zweiten Blick im Inhalt der Bilder. Die Frage nach der Funktion der Figuren im Mittelpunkt drängt sich auf. Die augenscheinliche Idylle nimmt der Betrachter mehr und mehr als Bedrohung wahr.

Die anfangs beschriebene Schönheit verkippt somit und nimmt etwas düsteres an. Die arakadische Anmutung, verspielte Kindheit und ungezähmte Wildniss, werden hier in einer so großen Harmonie kombiniert , dass es eben doch zu schön ist um wahr zu sein und sich vielmehr als unheimliche Fremdheit und Illusion entpuppt.

Zur Vollversion gelangen Sie über den Link "Texte" auf der rechten Seite.

Freitag, 25. März 2011

Malgosia Jankowska - Arkadia


1.April 2011 - 1.Juni 2011

Vom 01.April bis 02.Juni präsentiert der Apex pro art e.V. die polnische Künstlerin Malgorzata Jankowska (*1978) in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung. Jankowska studierte an der Warschauer Akademie Malerei. Ihr Werk wird seit 2003 regelmäßig in Galerieausstellungen in Deutschland und der Schweiz präsentiert.

Die großformatigen Zeichnungen aus japanischen Filzstift oder Aquarell auf Papier, zeigen hauptsächlich in Schwarz-, Grau und Rottönen gehaltene Wälder. Die Natur ist dabei durchdrungen von einem interessanten Lichteinfall, der den Bildern eine ganz eigene Atmosphäre verleiht. Im Mittelpunkt der Bilder kann der Betrachter häufig Kinder entdecken.

In scheinbarer Harmonie fügen sie sich in das Bild ein und sind in eine, nicht näher definierte, Handlung vertieft. Sie sind oftmals umgeben von Tieren, wie Hirschen oder Schlangen, die sich in offenkundiger Vertrautheit den Kindern annähern.

Die zunächst durch die filigrane Linienführung und den zarten Farbauftrag idyllisch anmutende Landschaft, gerät letztlich auf den zweiten Blick ins Schwanken. Die Isolation der Kinder im Wald, die ruhige Atmosphäre und die seltsame Vertrautheit der Tiere geben dem ganzen einen unheimlichen Anschein. Die arkadische Anmutung entpuppt sich als trügerisch, vielmehr eröffnet sich, ähnlich wie in der Romantik, das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur. Der Mensch bleibt trotz seiner augenscheinlichen Zugehörigkeit klein und unbedeutend und wird subtil durch die unterschiedlichen Elemente bedroht.

Die Ausstellung wird unterstützt durch das Land Niedersachsen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Sabrina Hoff, M.A., 0551/46886, hoff@apex-goe.de

Donnerstag, 3. Februar 2011

Pressestimmen:

Göttinger Tageblatt 02.02.2011

Von Tina Lüers
Wenn die Schrankwand umstürzt

In den zwei Räumen im Cheltenham-House, die schon so lange leer stehen, dass kaum jemand sich daran erinnert, was einmal dort untergebracht gewesen sein mag, hat die Galerie Apex die Ausstellung „bis auf weiteres …“ von Astrid Busch und Susanne Kutter eröffnet.

Wankendes Interieur: Videoarbeit von Susanne Kutter.

Kein Zeichen, kein Schild verweist auf die Räume, an deren Glasscheiben große Platten gelehnt sind, so dass kein Licht eintreten kann. Im dunklen Innenraum verzahnen sich die Wandarbeiten, Projektionen und Installationen der beiden Berliner Künstlerinnen.

Kutter bringt zwei Raumformate mit in die kargen Räumlichkeiten. Kleine, beleuchtete Kartons auf Augenhöhe bergen zwergenhafte und zugleich minimale Interieurs: geweißelte Wände, eine Leuchtstoffröhre, ein Lüftungsschacht oder ein Anschluss. Darin ein überdimensioniertes Insekt, kafkaesker Käfer oder schmaler, schöner Schmetterling. Ihre demgegenüber sehr große Videoarbeit „Moving Day“ von 2001 zeigt ein Wohnzimmer, in dem die Dinge scheinbar ohne Anstoß ins Wanken geraten, klappern, kippen und wo schließlich sogar der Wandschrank umstürzt. Die Bedeutung und zugleich die größte Relativität des eigenen Standpunktes wird von Kutter angenehm deutlich hervorgehoben.

Beide Künstlerinnen beziehen sich auf den Raum, wie auch Kuratorin Sabrina Hoff mit Verweis auf Michel Foucaults frühen Begriff der „Heterotopien“ in ihrer Einführung herausstellte.

Die Sperrholz- und MDF-Platten Buschs dämmen nicht nur den Raum ab und geben den Ausstellungsräumen den verrammelten Charakter, eine kleinere Tafel lehnt beiläufig an der Wand. Das aufgezogene Foto zeigt den Blick durch eine zerborstene Gipskartonwand in einem lange leerstehenden Haus. Möbel, Stoffe, Liegengebliebenes und Aufgeplatztes sind zu sehen. An der gegenüberliegenden Wand ist eine vornehmlich düstere Fototapete aufgebracht, ein Videoloop zeigt den Blick in einen weiteren Raum, seine Pflanzkübel, Licht- und Schattenspiele sind zu sehen. Das Erkennen tritt hier und da ein, um gleich darauf wieder zurückzutreten, die Narration wird verneint, manches bleibt im Halbdunkel verborgen.

Die Ausstellung ist bis zum 26. März mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, sonnabends von 11 bis 16 Uhr im Cheltenham-House, Friedrichstraße 1 in Göttingen, zu sehen.



Sonntag, 30. Januar 2011

Ausstellungseröffnung Bis auf weiteres...- Impressionen


Cheltenham-Haus, Raum 1


Cheltenham-Haus, Raum 2

Dienstag, 11. Januar 2011

Bis auf weiteres...


Astrid Busch und Susanne Kutter

Die Doppelausstellung präsentiert vom 28.01. bis zum 26.03. die beiden Künstlerinnen Astrid Busch und Susanne Kutter. Die sich in unterschiedlichen Vorgehensweisen mit der Hinterfragung von Raum und Betrachterposition auseinandersetzen.

Astrid Buschs (*1968) Arbeiten zeigen verwunschene Landschaften, verloren wirkende Menschen und zerstörte Räume. Die Kombination von Fotografie, Installation und Videoarbeit schafft eine ganz außergewöhnliche Ausstellungsszenerie, die neben unheimlichen Aspekten auch mit der Position des Betrachters und dessen Raumgefühl spielt.

Susanne Kutters (*1971) kleinformatigen, nur schuhkartongroßen Installationen und ihre Videoarbeiten zeigen Innenräume. Diese werden bevölkert von den unterschiedlichsten Insekten oder vor laufender Kamera durch Überflutung oder Erdbeben zerstört. Die Perspektive des dargestellten Raumes verkippt und bekommt etwas Surreales. Der heimelige Innenraum wird bedroht und der sichere Ort besetzt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Sabrina Hoff und Texten von Dr. Barbara J. Scheuermann (freie Kuratorin) und Dr. Thomas Niemeyer (Kurator Marta Herford)

Die Ausstellung findet im Ausstellungsraum des Apex, Burgstraße 46, und in den Räumen des Cheltenham-House, Friedrichstraße 1, statt.

Öffnungszeiten: Mi-Fr 15-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr

Der Eintritt ist frei.