Freitag, 25. März 2011

Malgosia Jankowska - Arkadia


1.April 2011 - 1.Juni 2011

Vom 01.April bis 02.Juni präsentiert der Apex pro art e.V. die polnische Künstlerin Malgorzata Jankowska (*1978) in ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung. Jankowska studierte an der Warschauer Akademie Malerei. Ihr Werk wird seit 2003 regelmäßig in Galerieausstellungen in Deutschland und der Schweiz präsentiert.

Die großformatigen Zeichnungen aus japanischen Filzstift oder Aquarell auf Papier, zeigen hauptsächlich in Schwarz-, Grau und Rottönen gehaltene Wälder. Die Natur ist dabei durchdrungen von einem interessanten Lichteinfall, der den Bildern eine ganz eigene Atmosphäre verleiht. Im Mittelpunkt der Bilder kann der Betrachter häufig Kinder entdecken.

In scheinbarer Harmonie fügen sie sich in das Bild ein und sind in eine, nicht näher definierte, Handlung vertieft. Sie sind oftmals umgeben von Tieren, wie Hirschen oder Schlangen, die sich in offenkundiger Vertrautheit den Kindern annähern.

Die zunächst durch die filigrane Linienführung und den zarten Farbauftrag idyllisch anmutende Landschaft, gerät letztlich auf den zweiten Blick ins Schwanken. Die Isolation der Kinder im Wald, die ruhige Atmosphäre und die seltsame Vertrautheit der Tiere geben dem ganzen einen unheimlichen Anschein. Die arkadische Anmutung entpuppt sich als trügerisch, vielmehr eröffnet sich, ähnlich wie in der Romantik, das Spannungsfeld zwischen Mensch und Natur. Der Mensch bleibt trotz seiner augenscheinlichen Zugehörigkeit klein und unbedeutend und wird subtil durch die unterschiedlichen Elemente bedroht.

Die Ausstellung wird unterstützt durch das Land Niedersachsen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte: Sabrina Hoff, M.A., 0551/46886, hoff@apex-goe.de

Donnerstag, 3. Februar 2011

Pressestimmen:

Göttinger Tageblatt 02.02.2011

Von Tina Lüers
Wenn die Schrankwand umstürzt

In den zwei Räumen im Cheltenham-House, die schon so lange leer stehen, dass kaum jemand sich daran erinnert, was einmal dort untergebracht gewesen sein mag, hat die Galerie Apex die Ausstellung „bis auf weiteres …“ von Astrid Busch und Susanne Kutter eröffnet.

Wankendes Interieur: Videoarbeit von Susanne Kutter.

Kein Zeichen, kein Schild verweist auf die Räume, an deren Glasscheiben große Platten gelehnt sind, so dass kein Licht eintreten kann. Im dunklen Innenraum verzahnen sich die Wandarbeiten, Projektionen und Installationen der beiden Berliner Künstlerinnen.

Kutter bringt zwei Raumformate mit in die kargen Räumlichkeiten. Kleine, beleuchtete Kartons auf Augenhöhe bergen zwergenhafte und zugleich minimale Interieurs: geweißelte Wände, eine Leuchtstoffröhre, ein Lüftungsschacht oder ein Anschluss. Darin ein überdimensioniertes Insekt, kafkaesker Käfer oder schmaler, schöner Schmetterling. Ihre demgegenüber sehr große Videoarbeit „Moving Day“ von 2001 zeigt ein Wohnzimmer, in dem die Dinge scheinbar ohne Anstoß ins Wanken geraten, klappern, kippen und wo schließlich sogar der Wandschrank umstürzt. Die Bedeutung und zugleich die größte Relativität des eigenen Standpunktes wird von Kutter angenehm deutlich hervorgehoben.

Beide Künstlerinnen beziehen sich auf den Raum, wie auch Kuratorin Sabrina Hoff mit Verweis auf Michel Foucaults frühen Begriff der „Heterotopien“ in ihrer Einführung herausstellte.

Die Sperrholz- und MDF-Platten Buschs dämmen nicht nur den Raum ab und geben den Ausstellungsräumen den verrammelten Charakter, eine kleinere Tafel lehnt beiläufig an der Wand. Das aufgezogene Foto zeigt den Blick durch eine zerborstene Gipskartonwand in einem lange leerstehenden Haus. Möbel, Stoffe, Liegengebliebenes und Aufgeplatztes sind zu sehen. An der gegenüberliegenden Wand ist eine vornehmlich düstere Fototapete aufgebracht, ein Videoloop zeigt den Blick in einen weiteren Raum, seine Pflanzkübel, Licht- und Schattenspiele sind zu sehen. Das Erkennen tritt hier und da ein, um gleich darauf wieder zurückzutreten, die Narration wird verneint, manches bleibt im Halbdunkel verborgen.

Die Ausstellung ist bis zum 26. März mittwochs bis freitags von 15 bis 19 Uhr, sonnabends von 11 bis 16 Uhr im Cheltenham-House, Friedrichstraße 1 in Göttingen, zu sehen.



Sonntag, 30. Januar 2011

Ausstellungseröffnung Bis auf weiteres...- Impressionen


Cheltenham-Haus, Raum 1


Cheltenham-Haus, Raum 2

Dienstag, 11. Januar 2011

Bis auf weiteres...


Astrid Busch und Susanne Kutter

Die Doppelausstellung präsentiert vom 28.01. bis zum 26.03. die beiden Künstlerinnen Astrid Busch und Susanne Kutter. Die sich in unterschiedlichen Vorgehensweisen mit der Hinterfragung von Raum und Betrachterposition auseinandersetzen.

Astrid Buschs (*1968) Arbeiten zeigen verwunschene Landschaften, verloren wirkende Menschen und zerstörte Räume. Die Kombination von Fotografie, Installation und Videoarbeit schafft eine ganz außergewöhnliche Ausstellungsszenerie, die neben unheimlichen Aspekten auch mit der Position des Betrachters und dessen Raumgefühl spielt.

Susanne Kutters (*1971) kleinformatigen, nur schuhkartongroßen Installationen und ihre Videoarbeiten zeigen Innenräume. Diese werden bevölkert von den unterschiedlichsten Insekten oder vor laufender Kamera durch Überflutung oder Erdbeben zerstört. Die Perspektive des dargestellten Raumes verkippt und bekommt etwas Surreales. Der heimelige Innenraum wird bedroht und der sichere Ort besetzt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit einem Vorwort von Sabrina Hoff und Texten von Dr. Barbara J. Scheuermann (freie Kuratorin) und Dr. Thomas Niemeyer (Kurator Marta Herford)

Die Ausstellung findet im Ausstellungsraum des Apex, Burgstraße 46, und in den Räumen des Cheltenham-House, Friedrichstraße 1, statt.

Öffnungszeiten: Mi-Fr 15-19 Uhr, Sa 11-16 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Malerei zwischen Index und Selbstreferenz -

Stephanie Abbens abstrakte Bildwelten (Kurzversion)

Von Sabrina Hoff

Das englische Wort inform, das den Titel der Ausstellung bildet, ermöglicht ähnlich wie die Gemälde von Stephanie Abben die unterschiedlichsten Auslegungsmöglichkeiten. Inform in der deutschen Übersetzung auslegbar als beeinflussen, durchdringen, zu Grunde liegen, bezeichnet Elemente, die auch die Arbeitsweise Stephanie Abbens zu bestimmen scheinen.

Farbe und Malgrund werden miteinander verschmolzen, sie bedingen sich gegeneinander. Die Malerei nimmt Einfluss auf die Fläche und schafft durch ihre Durchdringung mit Farbe plötzlich Raum, Formen und Objekte. Die Titel, die Abben meistens intuitiv durch Assoziation auswählt, machen ihre eigenen Auslegungen zum Bild deutlich. Auf der anderen Seite stiften sie aber auch Verwirrung dadurch, dass Abben Neologismen, wie amiles oder steind ersinnt. Durch ihren Klang scheinen sie Erinnerungen an etwas Bekanntes auszulösen, dass sich entweder in den Bildern wiederentdecken lässt oder zur Verwirrung führt. Ob Bild und Titel letztendlich übereinstimmen oder doch konträr zueinander stehen, bleibt immer offen und wird in seiner Auslegung dem Betrachter überlassen.

Was in der Frage nach Titel und Thematik des Bildes bereits mitzuschwingen scheint, ist die augenscheinliche Durchdringung des Bildes durch einen mal mehr, mal weniger erkennbaren Gegenstand. Obwohl die Aktion beziehungsweise der Schaffensprozess des Bildes eindeutig im Bild sichtbar bleibt, wird die Abstraktheit des Bildes immer wieder aufgebrochen. Man meint Dinge zu erkennen oder gegenständlich erfassen zu können. Die Assoziation ist in der Formensprache des Bildes mit angelegt.

Florale Elemente spiegeln sich genauso wieder wie Räumlichkeiten, die sich durch den oftmals starken Hell-Dunkel -Kontrast aus der Fläche zu schälen scheinen. Die Grenzen zwischen Abstraktheit und Gegenständlichkeit verschwimmen. Der Wille diese Elemente zu schaffen, ist nicht als vordergründiges Ziel der Künstlerin deklariert. Sie sind vielmehr Produkte des intuitiven Malprozesses. Das Motiv findet sie, wie sie es selbst ausdrückt, oftmals erst beim Malen selbst.[1] Die Bewegung schafft Formen und Motive, die sich dann weiterentwickeln lassen und zu einem Ergebnis führen, dass trotz aller Abstraktheit Assoziationsmöglichkeiten eröffnet. So scheinen Kreise zu Steinen, Linien zu Pflanzen oder Rundungen zu Höhlen zu werden. Es entstehen Gemälde, die nicht nur reine Geste sind, sondern auch Form enthalten. Die Bildwirkung wird im narrativen Sinne erweitert.

Zur Vollversion gelangen Sie über den Link "Texte" auf der rechten Seite.



[1] Vgl. Stephanie Abben im Gespräch mit Dr. Necmi Sönmez in: Stipendiaten 2009-2010, Jahreskatalog: Lepsien Art Foundation (Hrsg.), Düsseldorf, 2010. S.11.

Freitag, 26. November 2010

Dienstag, 9. November 2010

Stephanie Abben - inform

25.11.2010 bis 14.01.2011

Die vom 25.11.2010 bis 14.01. 2011 im Apex Kunstverein gezeigte Ausstellung inform präsentiert Werke der jungen Malerin Stephanie Abben.

Durchdringen, zu Grunde liegen oder beeinflussen sind die Begriffe, die sich mit dem Titel inform verbinden lassen. Sie werden in den präsentierten Gemälden eindrücklich sichtbar. Farben, Raum, Gegenstand und Malspuren scheinen ineinander überzugehen, sich zu verbinden und den Gemälden ihre Struktur bzw. ihre Grundlage zu geben.

Abbens Bilder rufen Assoziationen hervor, man meint Landschaften, Gegenstände oder Tiere zu erkennen. Allerdings bleiben diese Eindrücke auf der rein assoziativen Ebene. Stephanie Abben sucht erst beim Malen nach einem Motiv oder findet es durch Zufall. Das Malen ist bei ihr ein fast körperlicher Prozess, wobei der Malakt selbst sichtbar bleibt.

Die Bilder Abbbens verdeutlichen zum einem den abstrakten Prozess der Entstehung des Bildes, andererseits spiegeln sie auch den Wunsch wieder im Bild einen Inhalt zu finden. Der Betrachter erhält bei ihr die Möglichkeit seinen Blick auf etwas zu fixieren und im abstrakten Bild erzählerische Welten zu entdecken.

Stephanie Abben wurde 1976 in Düsseldorf geboren. Sie studierte Philosophie, Kunstgeschichte und freie Malerei an der Ruhr-Universität Bochum. 2004 wechselte sie an die staatliche Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe, wo sie in der Klasse Helmut Dorner und Meuser studierte. Seit 2010 ist sie Meisterschülerin bei Meuser.

Stephanie Abben ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen und Preise u.a. "Prix des Arts" (Prix du Parrain) du Rotary Club, Strasbourg (2007), "Young Art Award , 33. Internationaler Förderpreis, Art Forum Ute Barth, Zürich (2009), Förderpreis der Museumsgesellschaft Ettlingen (2010).